Heute ging es mir tatsächlich wieder gut genug, um eine erste Wanderung zu wagen. Inge hat mir gestern bei der Eierlikörparty Bilder von ihrem Ausflug in die nahegelegene Ravennaschlucht gezeigt. Dass sie mir den Weg dorthin nicht genau erklären konnte, lag nicht daran, dass sie schlecht erklärt hat, sondern eher daran, dass ich keinen der von ihr beschriebenen Bezugspunkte kenne. Also habe ich mich im Internet schlau gemacht. Dort findet man folgende Beschreibung:
"Die Ravennaschlucht ist eine wildromantische Schlucht, die von der Hochschwarzwaldgemeinde Breitnau ins tiefer gelegene Höllental führt. Wuchtige Felsklötze, steil aufragende Felswände, tosende Wildwasserbäche und kleine Wasserfälle wechseln sich ab und erzeugen eine beeindruckende Geräuschkulisse. Inmitten der Ravennaschlucht steht die Großjockenmühle, eine alte Bauernmühle aus dem Jahr 1883, die unter Denkmalschutz steht. Bemerkenswert ist die Wasserzufuhr für die alte Mühle. Die hölzerne Wasserzufuhrröhre, im alemannischen wird sie Kähner genannt, wird hier wegen des starken Gefälles der Ravennaschlucht durch das Dach der Mühle auf das Wasserrad geleitet.
Am Ausgang der Ravennaschlucht ins Höllental steht die Ravennabrücke. Sie hilft der Höllentalbahn beim Durchqueren des Höllentals. Mit 220 Meter Länge und 42 Meter Höhe gehört sie zu den größten Bahnbrücken Südbadens. An unteren Ausgang der Ravennaschlucht finden sich zudem die alte St. Oswaldkapelle aus dem Jahr 1148, eine Glasbläserei und eine Riesenkuckucksuhr. Am oberen Ausgang der Ravennaschlucht bietet sich im Haus Ketterer die Möglichkeit, einzukehren."
Hört sich doch gut an, oder?
Also habe ich mich heute morgen mit Conny, der Anführerin meiner Titisee-Wanderung, und zwei anderen Patientinnen auf den Weg gemacht. Um 10:00 Uhr sind wir bei perfektem Wanderwetter direkt an der Klinik gestartet.
Anfangs ging es fast ununterbrochen bergauf und ich hatte schon Zweifel ob ich die Tour schaffen kann. Zum Glück waren die anderen drei immer wieder bereit auf mich zu warten und gelegentlich zu pausieren. Ein wunderschöner Rundumblick hat uns dann bald entschädigt.
| schöne Pausenaussicht |
Bald darauf ging es
abwärts - und da wir dem Flusslauf folgten blieb das zum Glück
überwiegend so. Da die Wege schmal, steil und felsig oder wurzelig
waren, war es aber auch bergab eine ziemlich anstrengende Strecke.
| unterwegs |
Die Umgebung war echt
faszinierend. Der Weg lief mal rechts, mal links des Bachlaufs, es gab
niedliche Brücken, rauschende kleine Wasserfälle und Stromschnellen. Die
Wände der Schlucht sind wirklich sehr steil - meist war rechts eine
Abbruchkante und links ragten riesige Tannen dunkel in den Himmel. Die
Sonne kam nur selten durch, aber die paar Strahlen die in der Schlucht
ankamen, schafften eine ganz besondere, irgendwie verwunschene Stimmung.
| rechts und links des Bachlaufs |
Die heikelsten Stellen
waren für mich ausgerechnet die Treppen, die über die allersteilsten
Stellen helfen sollten. Mein Problem war - sie waren schmal und sehr,
sehr steil. Die Walkingstöcke, die mir an vielen anderen Stellen äußerst
hilfreich waren, waren auf den Treppen eher hinderlich. Aber geschafft
habe ich es trotzdem. Naja - andernfalls würde ich ja auch nicht hier
sitzen und euch schreiben :)
| nicht gerade meine Freunde :( |
Als wir in der Talsohle
unter der Höllentalbrücke angekommen waren, zitterten meine Knie wie
Espenlaub. Aber ich war so stolz, dass ich es geschafft hatte. Wir haben die Höllentalbrücke von unten bestaunt, und sind dann im
wunderschönen Hofgut Sternen zum späten Mittagessen eingekehrt.
| Höllentalbrücke - 42 Meter hoch |
Nach dem Mittagessen
haben wir uns die Glasbläserei und einen großen Kuckucksuhrenladen
angesehen, und natürlich an der Riesenkuckucksuhr auf die volle Stunde
gewartet. In der Glasbläserei habe ich nicht nur Deko für mich gekauft,
sondern auch das erste Weihnachtsgeschenk dieses Jahres.
| Hofgut Sternen |
| altes Handwerk - die Glasbläserei |
Wer Lust bekommen hat, den Weg selbst mal zu gehen - sagt mir bitte Bescheid, ich komme gerne noch einmal mit - so höllisch kann es also doch nicht gewesen sein. ;-)
Neue Berichte und vielleicht auch neue Ausflugstipps gibt es ab morgen wieder. :-* :-* :-*
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