Die letzten beiden Tage waren ziemlich ruhig. Da alle Patienten hier nach einigen Wochen wieder in einen mehr oder weniger stressigen Alltag entlassen werden, sollen wir auch lernen uns auf uns selbst zu besinnen und aus uns selbst Ruhe und Kraft zu schöpfen.
Klingt schwierig? Ist es auch. Zumindest für mich, da ich bekanntermaßen skeptisch bin, wenn mir etwas zu esoterisch erscheint. Das autogene Training finde ich ganz gut. Es ist entspannend, ohne abgedreht zu wirken. Die Klangschalenmeditation gestern war auch sehr entspannend und eine ganz neue und positive Erfahrung für mich. Die Vibrationen in den unterschiedlichen Tonlagen haben auch irgendetwas gemacht - mich hat es beispielsweise sehr im Bauch gekitzelt, wenn die Schalen nah bei mir waren und manche Muskeln haben seltsam gezuckt.
Etwas komisch kam es mir erst hinterher vor, als einige Teilnehmer meinten sie haben gespürt wie ihre Lymphe durch den Körper fließt, oder wie speziell die erkrankten Gliedmaßen intensivst angefangen haben zu kribbeln. Kann man den Lymphfluss überhaupt spüren? Ich habe mich gefragt, ob bei manchen nicht einfach ein Arm oder Bein eingeschlafen ist, weil wir bandagiert auf den Matten rumlagen. Da schläft mir sogar im Sport dauernd was ein und kribbelt.
Ganz suspekt war mir, was die Patientin, die die Klangschalenmeditation veranstaltet hat, hinterher noch erzählt hat. Zum Beispiel, dass die Schalen in jeder Hand anders klingen und man sich eine aussuchen soll, deren Ton für einen selbst gut klingt. Außerdem sind die Schalen laut ihren Angaben auch dazu geeignet, sie direkt auf erkrankte Körperteile aufzulegen und anzuschlagen. Also bei Bauchweh zum Beispiel auf den Bauch, dann draufkloppen und das Bauchweh geht weg.
Funktioniert so etwas wirklich? Wenn ja, bei welcher Art von Bauchweh? Es gibt ja Hunderte von Ursachen. Ich kann mir das nicht richtig vorstellen aber die Wirkung natürlich auch nicht ausschließen. Vielleicht bin ich für diese alternativen Geschichten nicht offen genug. Interessant war es trotzdem, so etwas einmal mitgemacht zu haben. Ich habe aber beschlossen keine 150,- Euro oder mehr für eine solche Schale auszugeben.
Stattdessen habe ich heute abend noch einmal 17,-€ Eintritt investiert, um mich ein paar Stunden in den Whirlpools des Badeparadieses suhlen zu können. Das war auch sehr entspannend! Im Dunkeln wirkt das ganze durch die sehr stimmungsvolle Beleuchtung und viele brennenden Fackeln noch viel intensiver.
Ab morgen ist es dann vorbei mit der Entspannung, glaube ich. Ich muss um 5:30 Uhr aufstehen und einige Stunden in Bussen und Zügen verbringen, wenn ich rechtzeitig zur Hochzeit von Kerstin und Mufti kommen möchte. Den Bericht und die Bilder dazu gibt es dann voraussichtlich am Montagabend.
Ich wünsche euch ein entspanntes Wochenende!
Freitag, 28. September 2012
Donnerstag, 27. September 2012
Pause
Es geht mir gut. Wirklich!
Ich habe in den letzten beiden Tagen nur deshalb nichts geschrieben, weil ich nichts Besonderes zu erzählen hatte. Die Tage sind nach wie vor vollgepackt, aber es wiederholt sich eben alles.
Ich gebe zu, wenn ich selbst diesen Blog überfliege, frage ich mich, ob ich noch richtig ticke oder ob sich da vielleicht eine Borderline-Störung abzeichnet. Vielleicht sind es auch manische und depressive Phasen? Dieses ganzen Stimmungsschwankungen wirken schon ein wenig bedenklich. Da ich aber von vielen anderen Patienten gehört habe, dass es ihnen genauso geht, mache ich mir noch keine ernsthaften Sorgen um meinen Zustand.
Falls es doch Grund zur Sorge gibt, wird das meine Psychologin hoffentlich merken. Ich habe heute Nachmittag nämlich einen ersten Termin mit einer der beiden Hauspsychologinnen. Bin sehr gespannt, was da auf mich zukommt und werde versuchen mich wie ein zurechnungsfähiger Mensch zu benehmen.
Was das Sportprogramm angeht, habe ich mir für heute eine kleine Pause verschrieben. Ich bin in den letzten Tagen so ausgepowert gewesen und vermute ich sollte meinen armen Knochen und Muskeln einfach mal einen Tag Ruhe gönnen. Da ich heute außer dem Termin bei der Psychologin auch noch einen Termin bei der Ernährungsberatung und einen Therapietermin zur Lymphdrainage habe, hätte ich ohnehin nicht viel Zeit für die Kurse gehabt.
Morgen fährt meine Tischnachbarin Marion nach Hause. :-( :-( :-(
Damit wird der Spaßfaktor für mich deutlich sinken. Dann wird es sicher auch niemanden mehr geben, der meinen Frühstücksteller heimlich mit eingeschmuggeltem Obst dekoriert.
Heute abend essen wir gemeinsam zum Abschied einmal nicht hier in der Klinik zu Abend, sondern gehen zum Italiener. Wir wollen endlich einmal einen anderen Salat essen als den, den es hier täglich gibt. Danach wollen wir zur Klangschalenmeditation gehen. Eine Patientin macht das und hat uns beide dazu eingeladen. Ich kann mir nicht wirklich etwas darunter vorstellen, bin aber schon sehr gespannt.
Vorgestern war ich zum zweiten Mal beim Autogenen Training. Wenn die Trainerin uns anleitet und alles mit ihrer sonoren Stimme vorspricht, klappt das bei mir auf Anhieb. Wenn ich abends im Bett liege und schlecht einschlafen kann, bekomme ich diese Entspannung nicht hin. Aber ich habe ja noch ein paar Stunden Zeit um zu üben.
Heute morgen habe ich schon die Nachricht bekommen, dass die Verlängerung meiner Reha von drei auf fünf Wochen nun auch von der Rentenversicherung genehmigt wurde. Geplanter Entlassungstermin ist jetzt der 16. Oktober.Ich muss also schon noch ein Weilchen durchhalten. Vorerst freue ich mich aber einfach nur auf den "Heimaturlaub" am Samstag. Danach sieht man weiter. Bis bald.
Ich habe in den letzten beiden Tagen nur deshalb nichts geschrieben, weil ich nichts Besonderes zu erzählen hatte. Die Tage sind nach wie vor vollgepackt, aber es wiederholt sich eben alles.
Ich gebe zu, wenn ich selbst diesen Blog überfliege, frage ich mich, ob ich noch richtig ticke oder ob sich da vielleicht eine Borderline-Störung abzeichnet. Vielleicht sind es auch manische und depressive Phasen? Dieses ganzen Stimmungsschwankungen wirken schon ein wenig bedenklich. Da ich aber von vielen anderen Patienten gehört habe, dass es ihnen genauso geht, mache ich mir noch keine ernsthaften Sorgen um meinen Zustand.
Falls es doch Grund zur Sorge gibt, wird das meine Psychologin hoffentlich merken. Ich habe heute Nachmittag nämlich einen ersten Termin mit einer der beiden Hauspsychologinnen. Bin sehr gespannt, was da auf mich zukommt und werde versuchen mich wie ein zurechnungsfähiger Mensch zu benehmen.
Was das Sportprogramm angeht, habe ich mir für heute eine kleine Pause verschrieben. Ich bin in den letzten Tagen so ausgepowert gewesen und vermute ich sollte meinen armen Knochen und Muskeln einfach mal einen Tag Ruhe gönnen. Da ich heute außer dem Termin bei der Psychologin auch noch einen Termin bei der Ernährungsberatung und einen Therapietermin zur Lymphdrainage habe, hätte ich ohnehin nicht viel Zeit für die Kurse gehabt.
Morgen fährt meine Tischnachbarin Marion nach Hause. :-( :-( :-(
Damit wird der Spaßfaktor für mich deutlich sinken. Dann wird es sicher auch niemanden mehr geben, der meinen Frühstücksteller heimlich mit eingeschmuggeltem Obst dekoriert.
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| Überraschung am Morgen |
Heute abend essen wir gemeinsam zum Abschied einmal nicht hier in der Klinik zu Abend, sondern gehen zum Italiener. Wir wollen endlich einmal einen anderen Salat essen als den, den es hier täglich gibt. Danach wollen wir zur Klangschalenmeditation gehen. Eine Patientin macht das und hat uns beide dazu eingeladen. Ich kann mir nicht wirklich etwas darunter vorstellen, bin aber schon sehr gespannt.
Vorgestern war ich zum zweiten Mal beim Autogenen Training. Wenn die Trainerin uns anleitet und alles mit ihrer sonoren Stimme vorspricht, klappt das bei mir auf Anhieb. Wenn ich abends im Bett liege und schlecht einschlafen kann, bekomme ich diese Entspannung nicht hin. Aber ich habe ja noch ein paar Stunden Zeit um zu üben.
Heute morgen habe ich schon die Nachricht bekommen, dass die Verlängerung meiner Reha von drei auf fünf Wochen nun auch von der Rentenversicherung genehmigt wurde. Geplanter Entlassungstermin ist jetzt der 16. Oktober.Ich muss also schon noch ein Weilchen durchhalten. Vorerst freue ich mich aber einfach nur auf den "Heimaturlaub" am Samstag. Danach sieht man weiter. Bis bald.
Montag, 24. September 2012
Durchhänger
Ich weiß nicht woran es liegt. Vielleicht am Wechsel zu Regenwetter, daran dass heute mein 14. Tag in der Klinik ist oder auch nur daran dass der Tag gestern so schön war - heute nervt mich jedenfalls alles extrem an!
Ich will nicht jeden Tag in dieselben bescheuerten Gymnastikstunden gehen, dieselben Anweisungen von denselben Trainern hören und dieselben (leider immer noch schweißtreibenden) Übungen absolvieren. Es kotzt mich an, von früh bis spät trotz ständigem Waschen und Umziehen in verschwitzten Klamotten festzustecken. Ich hasse es, jeden Abend denselben, beschissenen, übersäuerten Salat in der Salatbar zu finden und täglich draußen im Niemandsland rumzulaufen hängt mir auch zu den Ohren hinaus. Genauso wie das Training auf Laufband, Ergometer und Crosstrainer.
Man hat mir heute gesagt, dass meine schlechte Laune ein üblicher 2-Wochen-Durchhänger ist. Keine Ahnung was das sein soll. Klinikkoller, nannte es jemand. Dummerweise sieht nämlich auch hier jeder, wenn es mir mal nicht so dolle geht. Wäre ja auch komisch, wenn ich hier meine Emotionen plötzlich besser kontrollieren könnte als anderswo. Also schießen mir praktisch grundlos Tränen in die Augen und ich lasse mir von freundlichen Leuten Tempotaschentücher reichen und höre mir zum Dank dafür mindestens 10 Minuten ihre hohlen Sprüche an ohne loszuschreien oder zu flüchten. Dabei möchte ich am liebsten nur in meinem Bett liegen, mir die Decke über den Kopf ziehen und meine Ruhe haben.
Der Gedanke, der mir heute am häufigsten durch den Kopf gespukt ist, war: "Hilfe - ich habe noch nicht einmal die Hälfte der Zeit herumgebracht."
Vielleicht fehlt es mir aber auch einfach an Einsicht und Dankbarkeit dafür, dass es mir nach den Behandlungen in den vergangenen beiden Wochen schon deutlich besser geht als vor Beginn der Reha. Also hoffe ich, ich finde in den nächsten Tagen den Spaß an der verordneten Bewegung und die Gleichgültigkeit dem Essen gegenüber wieder.
Falls nicht, fang ich eben an zu saufen.
Prosit!
Ich will nicht jeden Tag in dieselben bescheuerten Gymnastikstunden gehen, dieselben Anweisungen von denselben Trainern hören und dieselben (leider immer noch schweißtreibenden) Übungen absolvieren. Es kotzt mich an, von früh bis spät trotz ständigem Waschen und Umziehen in verschwitzten Klamotten festzustecken. Ich hasse es, jeden Abend denselben, beschissenen, übersäuerten Salat in der Salatbar zu finden und täglich draußen im Niemandsland rumzulaufen hängt mir auch zu den Ohren hinaus. Genauso wie das Training auf Laufband, Ergometer und Crosstrainer.
Man hat mir heute gesagt, dass meine schlechte Laune ein üblicher 2-Wochen-Durchhänger ist. Keine Ahnung was das sein soll. Klinikkoller, nannte es jemand. Dummerweise sieht nämlich auch hier jeder, wenn es mir mal nicht so dolle geht. Wäre ja auch komisch, wenn ich hier meine Emotionen plötzlich besser kontrollieren könnte als anderswo. Also schießen mir praktisch grundlos Tränen in die Augen und ich lasse mir von freundlichen Leuten Tempotaschentücher reichen und höre mir zum Dank dafür mindestens 10 Minuten ihre hohlen Sprüche an ohne loszuschreien oder zu flüchten. Dabei möchte ich am liebsten nur in meinem Bett liegen, mir die Decke über den Kopf ziehen und meine Ruhe haben.
Der Gedanke, der mir heute am häufigsten durch den Kopf gespukt ist, war: "Hilfe - ich habe noch nicht einmal die Hälfte der Zeit herumgebracht."
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| Der Durchhänger |
Vielleicht fehlt es mir aber auch einfach an Einsicht und Dankbarkeit dafür, dass es mir nach den Behandlungen in den vergangenen beiden Wochen schon deutlich besser geht als vor Beginn der Reha. Also hoffe ich, ich finde in den nächsten Tagen den Spaß an der verordneten Bewegung und die Gleichgültigkeit dem Essen gegenüber wieder.
Falls nicht, fang ich eben an zu saufen.
Prosit!
Paradiesische Zustände
Ob ich heute Besuch von irgendwem bekomme, stand ziemlich lange in den Sternen. Zuerst wollten Dana, Harry, Markus und die Kinder kommen. Gemeinsam wollten wir zum Titisee und dort etwas spazieren gehen. Gestern war Muftis Junggesellenabschied und ich hatte starke Zweifel am Auftauchen der beiden Männer. Den Vorsatz mich zu besuchen wollte ich vor allem Markus gar nicht absprechen - aber ob sich das dann wirklich realisieren lässt???
Als ich gestern auch noch erfahren habe, dass Dana ein wenig kränkelt hat sich die Anzahl der potentiellen Besucher und die Besuchswahrscheinlichkeit deutlich reduziert. Ein "Plan B" musste her, wenn ich nicht den ganzen Sonnag alleine im Zimmer verbringen wollte. Dieser sah vor gemeinsam mit Inge, der Patientin die gestern mit Marion und mir im Kino war, ins Badeparadies nach Titisee-Neustadt zu fahren. Wir sind heute beide abbandagiert und Schwimmen ist schließlich auch gesund.
Tatsächlich litt ich seit Tagen unter akutem Schwimmbadentzug. Keine Ahnung woher das genau kam, aber es verging in der letzten Woche kein Tag ohne den Gedanken wie schön es doch wäre jetzt schwimmen zu gehen.
Markus hat (verständlicherweise) lange geschlafen und dann (unverständlicherweise) lange überlegt ob er noch kommen soll. Zugegeben, es lag wohl auch an den Kids, die zwar unbedingt zu mir wollten, aber mit den Hausaufgaben noch nicht fertig waren. Jedenfalls wartete Inge beim Mittagessen auf meine Entscheidung, ob ich mitkomme und ich wartete auf Markus Entscheidung ob er hierher fährt. Natürlich kam es wie es kommen musste: Gerade als ich Inge zugesagt hatte und 10 Minuten bevor wir uns auf dem Parkplatz treffen wollten, rief Markus an und teilte mir mit dass er mit den Kids "wenigstens kurz" vorbeikommen wird.
Also habe ich meinen Plan A "Ich bekomme Besuch von Markus und den Kindern" und meinen Plan B "Ich fahre mit Inge ins Badeparadies" kurzerhand zu einem genialen Plan C "Ich fahre mit Inge ins Badeparadies und bekomme dort Besuch von Markus und den Kindern" umgebaut.
Das hat dann wirklich gut geklappt. Die ersten zwei Stunden bin ich mit Inge in der Palmenoase rumgelümmelt, dann habe ich im Kinderbereich Galaxy auf Markus, Daniel und Nathalie gewartet. Als die drei kamen, haben sich die Kinder natürlich auf die irrsinnig vielen Rutschen gestürzt und waren verschwunden.
Markus und ich haben uns in Whirlpools drinnen und draußen, in Solen und im Toten-Meer-Wasser geaalt und haben an der Poolbar im Wasser einen sehr leckeren Cocktail geschlürft. Wirklich paradiesisch :-D :-D :-D
Leider kamen Markus und die Kinder so spät, dass sie nicht sehr lange dort bleiben konnten. Wir haben beschlossen, vor Ende meines Aufenthalts noch einmal gemeinsam dort hinzugehen. Nach dem Baden haben wir bei einem Chinesen in Neustadt zu Abend gegessen. Nach fast zwei Wochen einmal satt zu sein ist auch ein paradiesischer Zustand. Dafür habe ich extra auf mein halbes Mittagessen und das Eis, das es Sonntags als Nachtisch gibt, verzichtet.
Nach dem Essen hat Markus mich in die Klinik gebracht. Die Kinder haben ja morgen Schule und sind deshalb gar nicht mehr ausgestiegen. Mein lieber Mann hat mir nicht nur geholfen alles auf mein Zimmer zu tragen, sondern hat die Gelegenheit auch gleich genutzt um in meinem Zimmer eine kleine Überraschung zu verstecken. Da die Überraschung nicht soooo klein ist, sondern eigentlich ein ziemlich dicker Wälzer namens "Winter der Welt", habe ich sie ziemlich bald nach seiner Abfahrt gefunden. Vielen Dank!
Jetzt muß ich nur noch irgendwann Zeit zum Lesen finden. Das ist mir hier bisher erstaunlich schwer gefallen. Also... Schluss für heute. Gute Nacht.
Als ich gestern auch noch erfahren habe, dass Dana ein wenig kränkelt hat sich die Anzahl der potentiellen Besucher und die Besuchswahrscheinlichkeit deutlich reduziert. Ein "Plan B" musste her, wenn ich nicht den ganzen Sonnag alleine im Zimmer verbringen wollte. Dieser sah vor gemeinsam mit Inge, der Patientin die gestern mit Marion und mir im Kino war, ins Badeparadies nach Titisee-Neustadt zu fahren. Wir sind heute beide abbandagiert und Schwimmen ist schließlich auch gesund.
Tatsächlich litt ich seit Tagen unter akutem Schwimmbadentzug. Keine Ahnung woher das genau kam, aber es verging in der letzten Woche kein Tag ohne den Gedanken wie schön es doch wäre jetzt schwimmen zu gehen.
Markus hat (verständlicherweise) lange geschlafen und dann (unverständlicherweise) lange überlegt ob er noch kommen soll. Zugegeben, es lag wohl auch an den Kids, die zwar unbedingt zu mir wollten, aber mit den Hausaufgaben noch nicht fertig waren. Jedenfalls wartete Inge beim Mittagessen auf meine Entscheidung, ob ich mitkomme und ich wartete auf Markus Entscheidung ob er hierher fährt. Natürlich kam es wie es kommen musste: Gerade als ich Inge zugesagt hatte und 10 Minuten bevor wir uns auf dem Parkplatz treffen wollten, rief Markus an und teilte mir mit dass er mit den Kids "wenigstens kurz" vorbeikommen wird.
Also habe ich meinen Plan A "Ich bekomme Besuch von Markus und den Kindern" und meinen Plan B "Ich fahre mit Inge ins Badeparadies" kurzerhand zu einem genialen Plan C "Ich fahre mit Inge ins Badeparadies und bekomme dort Besuch von Markus und den Kindern" umgebaut.
Das hat dann wirklich gut geklappt. Die ersten zwei Stunden bin ich mit Inge in der Palmenoase rumgelümmelt, dann habe ich im Kinderbereich Galaxy auf Markus, Daniel und Nathalie gewartet. Als die drei kamen, haben sich die Kinder natürlich auf die irrsinnig vielen Rutschen gestürzt und waren verschwunden.
Markus und ich haben uns in Whirlpools drinnen und draußen, in Solen und im Toten-Meer-Wasser geaalt und haben an der Poolbar im Wasser einen sehr leckeren Cocktail geschlürft. Wirklich paradiesisch :-D :-D :-D
Leider kamen Markus und die Kinder so spät, dass sie nicht sehr lange dort bleiben konnten. Wir haben beschlossen, vor Ende meines Aufenthalts noch einmal gemeinsam dort hinzugehen. Nach dem Baden haben wir bei einem Chinesen in Neustadt zu Abend gegessen. Nach fast zwei Wochen einmal satt zu sein ist auch ein paradiesischer Zustand. Dafür habe ich extra auf mein halbes Mittagessen und das Eis, das es Sonntags als Nachtisch gibt, verzichtet.
Nach dem Essen hat Markus mich in die Klinik gebracht. Die Kinder haben ja morgen Schule und sind deshalb gar nicht mehr ausgestiegen. Mein lieber Mann hat mir nicht nur geholfen alles auf mein Zimmer zu tragen, sondern hat die Gelegenheit auch gleich genutzt um in meinem Zimmer eine kleine Überraschung zu verstecken. Da die Überraschung nicht soooo klein ist, sondern eigentlich ein ziemlich dicker Wälzer namens "Winter der Welt", habe ich sie ziemlich bald nach seiner Abfahrt gefunden. Vielen Dank!
Jetzt muß ich nur noch irgendwann Zeit zum Lesen finden. Das ist mir hier bisher erstaunlich schwer gefallen. Also... Schluss für heute. Gute Nacht.
Samstag, 22. September 2012
Schwäbisch
Als ich heute morgen aufgewacht bin und aus dem Fenster geschaut habe, schüttete es wie aus Eimern. Vorbei war es mit dem schönen Spätsommerwetter, das mich die letzten beiden Tage nach draußen gezogen hat.
Nach dem Frühstück habe ich das Samstag-Vormittag-Programm durchgezogen. Unter anderem gehörte eine halbe Stunde Aerobic dazu, nach der ich vor lauter Erschöpfung beinahe gereihert hätte.
Dann ging es zu einem heute leider mehr als dürftigen Mittagessen. Es gab irgendeine dünnflüssige Kohlsuppe in der 5 Klümpchen Kartoffeln und 7,3 Gramm Rindfleisch rumgeschwommen sind. Zum ersten Mal seit ich hier bin, bin ich hungriger vom Tisch aufgestanden als ich mich hingesetzt habe.
Trotzdem sind wir Nachmittags, als es aufgehört hatte zu regnen, noch etwas Laufen gegangen. Zwischendurch haben wir im Kurhaus von Hinterzarten halt gemacht. Noch nie haben mich die Kuchen und Torten dort (vor allem die Schwarzwälder) so sehr angemacht wie heute. Aber ich war brav und habe nur eine Flasche Mineralwasser getrunken.
Nach dem Abendessen sind Marion und ich mit einer weiteren Patientin nach Titisee-Neustadt ins Kino gefahren. Das Kino an sich war schon sehenswert, weil es so ein altes Samt-Plüsch-Teil war. Der Film war ein echter Brüller. Wir haben uns eineinhalb Stunden schlappgelacht. Bitte schaut euch den an, falls er bei euch noch läuft und ihr Schwäbisch versteht.
Hier der Trailer - Die Kirche bleibt im Dorf
Ich gehe schlafen. Gute Nacht!
Nach dem Frühstück habe ich das Samstag-Vormittag-Programm durchgezogen. Unter anderem gehörte eine halbe Stunde Aerobic dazu, nach der ich vor lauter Erschöpfung beinahe gereihert hätte.
Dann ging es zu einem heute leider mehr als dürftigen Mittagessen. Es gab irgendeine dünnflüssige Kohlsuppe in der 5 Klümpchen Kartoffeln und 7,3 Gramm Rindfleisch rumgeschwommen sind. Zum ersten Mal seit ich hier bin, bin ich hungriger vom Tisch aufgestanden als ich mich hingesetzt habe.
Trotzdem sind wir Nachmittags, als es aufgehört hatte zu regnen, noch etwas Laufen gegangen. Zwischendurch haben wir im Kurhaus von Hinterzarten halt gemacht. Noch nie haben mich die Kuchen und Torten dort (vor allem die Schwarzwälder) so sehr angemacht wie heute. Aber ich war brav und habe nur eine Flasche Mineralwasser getrunken.
Nach dem Abendessen sind Marion und ich mit einer weiteren Patientin nach Titisee-Neustadt ins Kino gefahren. Das Kino an sich war schon sehenswert, weil es so ein altes Samt-Plüsch-Teil war. Der Film war ein echter Brüller. Wir haben uns eineinhalb Stunden schlappgelacht. Bitte schaut euch den an, falls er bei euch noch läuft und ihr Schwäbisch versteht.
Hier der Trailer - Die Kirche bleibt im Dorf
Ich gehe schlafen. Gute Nacht!
Freitag, 21. September 2012
Alles wird gut!
Es hat zwar jetzt fast zwei Wochen gedauert, aber inzwischen habe ich mich hier ganz gut eingelebt. Ich habe losen Kontakt zu verschiedenen, ganz netten Leuten mit denen man immer mal was unternehmen kann und finde mich insgesamt schon viel besser zurecht.
Heute Vormittag war ich zuerst im Untersuchungs-und Therapiestress, danach habe ich mein Fitnessprogramm durchgezogen. Heute habe ich insgesamt eine halbe Stunde Ausdauertraining an den Geräten gemacht. Angefangen habe ich vor einer Woche mit 15 Minuten.
Ein paar von euch haben mich schon gefragt, ob hier alle so viel Sport treiben müssen, oder ob sich das die Ärzte für mich ausgedacht haben. Das Sportprogramm ist hier tatsächlich fester Bestandteil der Therapie und bringt den Lymphfluss in Gang. Von außen wirkt die Kompression, von innen die Muskeln und zusammen sollen die die Lymphe aus dem Gewebe pressen und abtransportieren. So habe ich das zumindest verstanden. Hat also nix mit meinen persönlichen Defiziten in diesem Bereich zu tun :-p
Das Mittagessen heute war das Leckerste, was ich hier gegessen habe. Zuerst gab es eine Gemüsecremesuppe, dann einen Fisch, (weiß leider nicht mehr welchen) der total lecker mit ganz vielen Kräutern abgeschmeckt war, dazu Wildreis und eine leckere Sauce. Zum Nachtisch hat jeder eine Nektarine bekommen.
Heute Nachmittag war ich mit Marion, meiner Tischnachbarin beim Autogenen Training. Das war meine erste Stunde, aber es werden noch einige folgen. Hat bei mir jedenfalls voll eingeschlagen und war soooo entspannend! Danach sind wir wieder rausgegangen, wandern. Heute ohne Stöcke, ich war noch etwas angeschlagen von der Tour gestern. Marion hat mir eine neue Strecke am Waldrand entlang gezeigt, die hat mir sehr gut gefallen. Unter anderem sind wir an den riesigen Skisprungschanzen vorbei gekommen, an denen letztes Wochenende der Sommer Grand Prix stattgefunden hat.
Heute Vormittag war ich zuerst im Untersuchungs-und Therapiestress, danach habe ich mein Fitnessprogramm durchgezogen. Heute habe ich insgesamt eine halbe Stunde Ausdauertraining an den Geräten gemacht. Angefangen habe ich vor einer Woche mit 15 Minuten.
Ein paar von euch haben mich schon gefragt, ob hier alle so viel Sport treiben müssen, oder ob sich das die Ärzte für mich ausgedacht haben. Das Sportprogramm ist hier tatsächlich fester Bestandteil der Therapie und bringt den Lymphfluss in Gang. Von außen wirkt die Kompression, von innen die Muskeln und zusammen sollen die die Lymphe aus dem Gewebe pressen und abtransportieren. So habe ich das zumindest verstanden. Hat also nix mit meinen persönlichen Defiziten in diesem Bereich zu tun :-p
Das Mittagessen heute war das Leckerste, was ich hier gegessen habe. Zuerst gab es eine Gemüsecremesuppe, dann einen Fisch, (weiß leider nicht mehr welchen) der total lecker mit ganz vielen Kräutern abgeschmeckt war, dazu Wildreis und eine leckere Sauce. Zum Nachtisch hat jeder eine Nektarine bekommen.
Heute Nachmittag war ich mit Marion, meiner Tischnachbarin beim Autogenen Training. Das war meine erste Stunde, aber es werden noch einige folgen. Hat bei mir jedenfalls voll eingeschlagen und war soooo entspannend! Danach sind wir wieder rausgegangen, wandern. Heute ohne Stöcke, ich war noch etwas angeschlagen von der Tour gestern. Marion hat mir eine neue Strecke am Waldrand entlang gezeigt, die hat mir sehr gut gefallen. Unter anderem sind wir an den riesigen Skisprungschanzen vorbei gekommen, an denen letztes Wochenende der Sommer Grand Prix stattgefunden hat.
Kurz darauf kamen wir noch an einem Gehege mit Rehen und einem süßen Kitz vorbei. Die waren auch sehr niedlich. Überhaupt ist es hier in Hinterzarten echt hübsch. Könnt mich also gerne alle mal besuchen kommen!
Die Beste Nachricht dieses Tages ist aber die folgende: Ich darf nächstes Wochenende hier raus um auf Muftis und Kerstins Hochzeit zu gehen! Also, ein großes Hurra, ich freue mich schon tierisch!!!! Das hätte ich nicht verpassen wollen :)
Mache jetzt noch Zimmerparty bei mir. Bis morgen :D
Donnerstag, 20. September 2012
Fortschritte
Heute war ein sehr schöner Tag. So langsam bekomme ich ein wenig Kontakt zu anderen Patientinnen. Eine, die ich von Anfang an schon sehr sympathisch fand, sollte heute eine neue Tischnachbarin bekommen. Da meine beiden Herren morgen abreisen, habe ich vorgeschlagen mich an ihren Tisch versetzen zu lassen. Das hat zwar für kurzfristige Verwirrung in der Küche gesorgt, aber es hat geklappt. Jetzt habe ich nicht nur einen schöneren Platz im Speisesaal, sondern endlich eine sehr nette Tischgesellschaft, die ganz gut zu mir passt und die gleichen Programme durchzieht.
Heute Nachmittag haben wir das Sport- und Fitnessprogramm in der Halle kurzfristig durch einen Nordic-Walking-Nachmittag ersetzt und uns blendend dabei unterhalten. Das Wetter war so schön, die Sonne schien, der Himmel war blau, wir hatten über 20°C. Das kommt hier sicher nicht mehr so oft vor, da es Abends schon recht kühl ist und bei Nacht sogar schon Frost gab. Wir sind insgesamt 6 km gelaufen, teilweise auch ganz schön auf und ab. Zumindest für meine Verhältnisse.
Das für den Abend geplante Fitnesstraining schaffe ich jetzt wohl nicht mehr - meine Beine fühlen sich an, als hätte mir die Mafia Betonschuhe verpasst!
Ich hoffe die Nachtschwester kommt gleich, ich habe in meinem Terminplan für morgen leider einige Ungereimtheiten (sprich: Terminüberschneidungen). Das muss ich noch klären.
Danach möchte ich gerne endlich einmal wieder mit meiner Familie quatschen - freiwillig melden die sich nicht bei mir. :( :( :(
Mein Tag wird um 22:30 Uhr mit der Einnahme einer mysteriösen Tablettenhälfte enden. Angeblich enthält sie irgendwelche Hormone, die mein Körper über Nacht abbauen sollte. Um zu sehen, inwieweit das gelungen ist, wird mir morgen früh noch einmal Blut abgenommen. Ich bin gespannt!
Wünsche euch allen einen schönen Abend.
Bis morgen!
Heute Nachmittag haben wir das Sport- und Fitnessprogramm in der Halle kurzfristig durch einen Nordic-Walking-Nachmittag ersetzt und uns blendend dabei unterhalten. Das Wetter war so schön, die Sonne schien, der Himmel war blau, wir hatten über 20°C. Das kommt hier sicher nicht mehr so oft vor, da es Abends schon recht kühl ist und bei Nacht sogar schon Frost gab. Wir sind insgesamt 6 km gelaufen, teilweise auch ganz schön auf und ab. Zumindest für meine Verhältnisse.
| Oben |
Ich hoffe die Nachtschwester kommt gleich, ich habe in meinem Terminplan für morgen leider einige Ungereimtheiten (sprich: Terminüberschneidungen). Das muss ich noch klären.
Danach möchte ich gerne endlich einmal wieder mit meiner Familie quatschen - freiwillig melden die sich nicht bei mir. :( :( :(
Mein Tag wird um 22:30 Uhr mit der Einnahme einer mysteriösen Tablettenhälfte enden. Angeblich enthält sie irgendwelche Hormone, die mein Körper über Nacht abbauen sollte. Um zu sehen, inwieweit das gelungen ist, wird mir morgen früh noch einmal Blut abgenommen. Ich bin gespannt!
Wünsche euch allen einen schönen Abend.
Bis morgen!
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