Hallo!
Nach einigen Monaten Wartezeit bin ich heute morgen in Hinterzarten angekommen. Die Földiklinik, die mich in den kommenden Wochen beherbergen wird, sieht aus wie man sich eine typische Schwarzwaldklinik vorstellt. Hübsch hier, oder? Professor Brinkmann habe ich aber leider (oder zum Glück???) noch nicht getroffen. Ich weiß nicht mehr ob der gut war. War er wie der Dr. House der 80er??? Egal...!
Direkt vom Empfang wurde ich zu einer Volumenmessung geschickt. Der Schwerpunkt der Klinik ist die Behandlung von Lymphödemen. Damit man Behandlungserfolge gut nachweisen kann, muss man zuerst ausmessen wieviel Lymphe überall so verteilt ist. Das ist zumindest meine Laienerklärung. Allzuviel auf medizinische Details will ich hier sowieso nicht eingehen, es gibt sicher Spannenderes.
Nach der Volumenmessung durfte ich meine Sachen ins Zimmer bringen. Mein Zimmer finde ich echt gut. Ich habe ein schönes, ziemlich neues Einzelzimmer mit einem kleinen Bad. Hier werde ich also die nächsten Wochen verbringen:
Was echt gewöhnungsbedürftig ist: Es gibt keinen Schlüssel. Sieht also aus wie ein kleines Hotelzimmer, ist aber eben doch Krankenhausstandard. Ich erschrecke mich jedesmal, wenn hier plötzlich jemand reinlatscht. Und das kommt relativ häufig vor. Mal will sich die Nachtschwester vorstellen, mal kommt die Putzfrau zum saugen und Bad putzen, dann ist Visite und das Zimmer füllt sich langsam aber unaufhaltsam mit Ärzten...! Da ist nix zu machen.
Die Stationsärztin, die mich aufgenommen hat, fand ich echt schräg. Ich glaube sie ist Russin, nicht mehr ganz jung und total wirr. Was die mit meinen Unterlagen angestellt hat war fast wie ein Verschwindezauber. Maximale Unordnung auf minimalem Raum. Die Stationsschwester, die das ganze später ergänzen musste heißt übrigens Sonja und hat sich plötzlich schlappgelacht, als sie mich nach meinem Geburtsnamen gefragt hat. Lag aber nicht daran, dass der so lustig war - sie ist wie ich eine geborene "Sailer". Da sie aus Berlin kommt, sind wir vermutlich nur namensverwandt.
Das erste Mittagessen war okay. Markus würde zwar die Krise bekommen, weil am Salz gespart wird und es natürlich auch nirgendwo einen Streuer zum nachsalzen gibt, aber ich fand es ganz in Ordnung. War irgendein gedünsteter Fisch mit Tomatenreis.
Am Nachmittag habe ich mich hier ein wenig eingerichtet, mich im Haus umgesehen und ich bin in verschiedene Dinge eingeweisen worden. Beim Abendessen habe ich meine Tischnachbarn kennengelernt - die sind beide glaube ich ganz nett. Alles in allem: Ein ganz ordentlicher erster Tag. Morgen dann mehr Infos.
Liebe Grüße,
Sonja

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